Nächste US-Wahl: Diese Kandidaten treten gegen Donald Trump an

Zuletzt aktualisiert: 08.10.2019

Die nächste Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten wird am Dienstag, den 3. November 2020 stattfinden. Es handelt sich um eine indirekte Wahl: Gewählt werden die 538 Wahlleute des Electoral College, die im Dezember 2020 den Präsidenten und den Vize­präsidenten wählen werden. Weitere Informationen zu dem zeitlichen Ablauf der Wahl finden Sie im Artikel „US-Wahl 2020: alle Termine“.

Der amtierende Präsident Donald Trump strebt als Kandidat der Republikaner eine Wiederwahl für eine zweite Amtszeit an. Bei der Demokra­tischen Partei haben Joe Biden, Bernie Sanders und Elizabeth Warren gute Aussichten auf eine Spitzenkandidatur.

Mögliche Kandidaten der Demokraten

Der Kandidat der Demokratischen Partei für die nächste Präsident­schafts­wahl wird im Juli 2020 auf dem Nominierungs­parteitag der Partei (Democratic National Convention) festgelegt. Der offiziellen Nominierung des Spitzen­kandidaten der Demokraten gehen Vorwahlen in allen 51 US-Bundesstaaten voraus, sodass der Kandidat voraus­sichtlich vor der Versammlung bereits feststehen wird.

Diagramm

US-Wahl 2020 - Umfrage zu den Kandidaten der Demokraten bei der nächsten Präsidentschaftswahl

Text

US-Präsidentschaftswahl 2020: Umfragewerte für die Bewerber der Demokraten

„Wen würden Sie für die Nominierung als Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2020 unterstützen?“

  • Joe Biden: 28 %
  • Bernie Sanders: 15 %
  • Elizabeth Warren: 15 %
  • Kamala Harris: 6 %
  • Pete Buttigieg: 4 %
  • Beto O’Rourke: 4 %
  • Cory Booker: 2 %
  • Andrew Yang: 2 %
  • Weitere: Julian Castro: 2 %; Michael Bennet, Steve Bullock, John Delaney,  Tulsi Gabbard,  Amy Klobuchar, Tim Ryan, Joe Sestak, Tom Steyer, Marianne Williamson: jeweils 1 %;  Wayne Messam: < 1 %
  • Sonstige, keine/keinen, unsicher/keine Antwort: 13 %

HarrisX-Umfrage mit 3100 Teilnehmern. Zeitraum: 20. – 27. September 2019.

Joe Biden

Joseph Robinette Biden Jr. kam im November 1942 im Bundesstaat Pennsylvania auf die Welt. Nach seinem Studium arbeitete er kurz als Anwalt, bevor er 1972 politisch aktiv wurde. Im Jahr 1972 wurde er mit 30 Jahren zum Senator des Bundes­staats Delaware gewählt und war damit der fünftjüngste Senator in der amerikanischen Geschichte.

Während seiner Zeit im Senat, zwischen 1973 und 2009, war Joe Biden unter anderem Teil des Ausschusses für Außenpolitik. Joe Biden trat bereits zweimal bei einer Präsident­schafts­wahl (1988 und 2008) an, zog seine Kandidatur aber beide Male bereits vor dem Nominierungs­parteitag zurück.

Joe Biden (Demokrat) - US-Wahl 2020

Joe Biden, 47. Vize­präsident der USA und möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2020

Foto: LBJ Library/Jay Godwin/Flickr. Lizenz: Public Domain

Im August 2008 wurde Joe Biden vom damaligen Präsident­schafts­kandidaten der Demokraten, Barack Obama, zum Vize­präsident­schafts­kandidaten ernannt. Im November 2008 konnte Barack Obama die Präsident­schafts­wahl für sich entscheiden, wodurch Joe Biden im Januar 2009 zum 47. Vize­präsidenten der USA wurde. Im Jahr 2012 gelang dem Duo die Wiederwahl. Joe Bidens Amtszeit als Vize­präsident endete im Januar 2017.

US-Wahl 2020 – Umfragen (Trump vs Biden)

Biden kandidiert ohne Obamas Unterstützung

Erst am 25. April 2019 gab Joe Biden seine Kandidatur in einem Twitter-Video und auf Facebook offiziell bekannt. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits der 20. „Hauptkandidat“ (englisch: major candidate) der Demokraten – eine Rekordzahl. In seinem Ankündigungsvideo erklärte er wie folgt, warum er ohne die Unterstützung seines Freundes und früheren Vorgesetzten Barak Obama antritt:

„Ich habe Präsident Obama gebeten, keinen Kandidaten öffentlich zu unterstützen: Wer auch immer die Nominierung (der Demokraten) gewinnt, sollte sie aus eigener Kraft gewinnen.“

Bernie Sanders

Bernie Sanders - Kandidat der Demokraten bei der US-Wahl 2020

Bernie Sanders, möglicher Kandidat der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020

Foto: Gage Skidmore. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Bernard Sanders, geboren im September 1941 in New York, studierte Politik­wissen­schaften an der University of Chicago. Seine Karriere als aktiver Politiker begann, als er zwischen 1981 und 1989 Bürgermeister Burlingtons, der größten Stadt des Bundesstaats Vermont, war.

1990 gewann Bernie Sanders die Wahl zum Vertreter des Bundesstaats Vermont im amerikanischen Repräsentanten­haus. Sanders, der keiner Partei angehörte, war von 1991 bis 2007 Mitglied des Repräsentanten­hauses. 2006 gewann er in Vermont die Wahl zum Senator und ist dadurch seit 2007 Mitglied des amerikanischen Senats. In den Jahren 2012 und 2018 gelang Sanders seine Wiederwal zum Senator.

US-Wahl 2020 – Umfragen zur nächsten Präsidentschaftswahl in den USA (Trump vs Sanders)

Im Februar 2019 gab Sanders bekannt, dass er bei der Präsident­schafts­wahl 2020 kandidieren werde. Da eine Kandidatur als Politiker ohne Partei­zugehörigkeit viel Aufwand mit sich bringt, entschied er sich dafür, an den Vorwahlen der Demokratischen Partei teilzunehmen.

Folgen Sie der US-Wahl 2020 auf Facebook und Twitter!

Kamala Harris

Kamala Devi Harris wurde 1964 im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien geboren und wuchs dort sowie später in Montreal, Kanada, als Kind eines jamaikanischen Vaters und einer indischen Mutter auf. Nach einem Studium der Politik- und der Wirtschafts­wissenschaften absolvierte sie ein Jurastudium und arbeitete anschließend als Anwältin.

Im November 2010 wurde Kamala Harris zur Attorney General des Bundes­staats Kalifornien gewählt. In dieser Position hatte sie sowohl Funktionen einer Justiz­ministerin als auch einer General­staats­anwältin. Nach ihrer Wiederwahl im Jahr 2014 führte sie dieses Amt bis Anfang 2017 aus.

Kamala Harris - Kandidatin bei der US-Wahl 2020

Kamala Harris, mögliche Kandidatin der Demokraten bei der US-Wahl 2020

Foto: Office of Senator Kamala Harris. Lizenz: Public Domain

Kamala Harris nahm im November 2016 an der Wahl zum kalifornischen Senator teil und konnte diese mit 62,6 Prozent der Stimmen für sich entscheiden. Seit Januar 2017 ist sie als Senatorin Kaliforniens Mitglied des amerikanischen Senats. In diesem gehört sie den Ausschüssen für Haushalt, Umwelt, Heimatschutz und Geheimdienste an.

Elizabeth Warren

Elizabeth Ann Warren wurde im Juni 1949 im Bundesstaat Oklahoma geboren. Von 1987 bis 2002 arbeitete sie als Professorin für Wirtschafts­recht unter anderem an der Harvard Law School. Als Expertin für Wirtschafts­recht war sie wiederholt als politische Beraterin aktiv.

Im August 2011 verkündete Warren ihre Kandidatur für den amerikanischen Senat. Die Wahl im November 2012 konnte sie deutlich gewinnen und wurde damit die erste weibliche Senatorin aus Massachusetts. Im November 2016 gelang ihr die Wiederwahl als Senatorin.

US-Wahl 2020 - Kandidat der Demokraten Elisabeth Warren

Elizabeth Warren, mögliche Kandidatin der Demokraten

Foto: ElizabethForMA/Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Bereits im Vorfeld der Präsident­schafts­wahl 2016 gab es Spekulationen über eine mögliche Kandidatur Warrens. Sie zeigte allerdings kein Interesse und unterstützte die Kandidatin Hillary Clinton.

Warren, die bis Mitte der 1990er-Jahre als Republikanerin registriert war, zählt heute zu den schärfsten Kritikern des amtierenden Präsidenten Donald Trump. Im September 2018 sprach sie sich beispielsweise für ein Amts­enthebungs­verfahren gegenüber Trump aus.

Pete Buttigieg

Pete Buttigieg aus dem Bundesstaat Indiana wurde im Januar 1982 geboren und ist damit einer der jüngsten der möglichen Kandidaten der Demokraten. Er studierte Geschichte, Literatur­wissenschaften und Politik in Harvard und Oxford und ist ein Veteran des Afghanistan­krieges. Seit 2012 ist er Bürger­meister in seiner Heimatstadt.

Pete Buttigieg - US-Präsidentschaftswahl

Pete Buttigieg, einer der jüngsten Bewerber der Demokraten

Foto: Gage Skidmore. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Als offen Homosexueller spricht sich Buttigieg gegen die Diskri­mi­nierung von Homo- und Trans­sexuellen aus. Er vertritt weitere typisch demo­kra­tische Positionen wie z. B. die Forderung nach strengeren Waffen­gesetzen oder die Einführung einer Reichensteuer.

Buttigieg fordert die Abschaffung des Electoral College zugunsten einer direkten Präsi­dent­schafts­wahl. Seine eigene Kandidatur für die nächste Präsi­dent­schafts­wahl gab er im Januar 2019 bekannt und rückte anschließend stark in den Fokus amerikanischer Medien.

Beto O’Rourke

Robert Francis O’Rourke, genannt Beto O’Rourke, wurde im September 1972 im Bundes­staat Texas geboren. Der Literatur­wissenschaftler arbeitete unter anderem als Musiker, Journalist und Geschäfts­führer einer Firma für Webdesign.

O’Rourke war von 2013 bis 2018 Mitglied des amerikanischen Repräsentanten­hauses. Sein Mandat im Repräsentanten­haus legte er 2018 nieder, um an der Wahl zum texanischen Senator teil­zunehmen. Diese Wahl verlor er mit nur drei Prozent­punkten Abstand zu seinem Gegner Ted Cruz, einem national bekannten und einfluss­reichen Republikaner. Im März 2019 verkündete O’Rourke seine Präsidentschafts­kandidatur.

Beto O'Rourke, Kandidat bei der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA

Beto O’Rourke, Kandidat der Demokraten

Foto: Erik Drost. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Beto O’Rourke vertritt sowohl wirtschafts­freundliche Positionen, wie die Forderung nach einer geringeren Regulierung der Finanz­märkte, als auch linke Positionen: So kritisiert er zum Beispiel die amerikanische Einwanderungs­politik unter Donald Trump und spricht sich für strengere Waffen­gesetze aus. Durch das geschickte Einsetzen von Live­streams und Social Media lässt O’Rourke die Öffentlichkeit an seinen politischen Aktivitäten teilnehmen und erreichte so nationale Bekanntheit.

Aufgrund seiner politischen Positionen, seines Wahlkampf­stils und seines Charismas wird Beto O’Rourke häufig mit dem früheren Präsidenten Barack Obama verglichen. Beobachter rechnen deswegen damit, dass O’Rourke viele ehemalige Unterstützer Obamas für sich gewinnen kann.1

Weitere Kandidaten der Demokratischen Partei

Bis Ende September 2019 haben sich bereits 291 Kandidaten der Demokraten für die Präsident­schafts­wahl 2020 offiziell angemeldet.2

Prominente Demokraten, die bei der Präsidentschafts­wahl 2020 nicht kandidieren

Bevor sich das Bewerberfeld der Demokraten formte, gab es in amerika­nischen Medien lebhafte Spekula­tionen über mögliche Präsidentschafts­kandidaten. Spätestens seit dem Wahlsieg Donald Trumps bei der Präsidentschafts­wahl 2016 war klar, dass auch politisch unerfahrene Kandidaten Wahlen gewinnen können. Deswegen standen neben Politikern vor allem verschiedene Prominente und Unternehmer im Fokus der Spekulationen.

Michelle Obama

Michelle Obama, die von 2009 bis 2017 First Lady war, gilt als die am meisten bewunderte Frau in den USA. Aufgrund ihrer Beliebtheit wurde in den Medien wiederholt über eine Präsidentschafts­kandidatur der Juristin spekuliert. Manche Journalisten gingen sogar so weit, sie als „einzige Kandidatin, die Trump schlagen könnte“, zu bezeichnen.3

Kandidiert Michelle Obama bei der Präsidentschaftswahl in den USA?

Michelle Obama wird nicht Präsidentschaftsbewerberin

Foto: Gage Skidmore/Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Michelle Obama hat allerdings wiederholt eine Präsidentschafts­kandidatur ausgeschlossen,4 da sie nicht an einer politischen Karriere interessiert ist. Ihr Mann Barack Obama bekräftigte dies bereits vor der letzten Präsidentschafts­wahl: „Es gibt drei Dinge, die im Leben sicher sind: der Tod, Steuern und dass Michelle nicht für die Präsidentschaft kandidieren wird.“5

Oprah Winfrey

Oprah Winfrey ist eine in den USA äußerst bekannte Talkshow-Moderatorin und mit einem Vermögen von circa 2,5 Milliarden Dollar die reichste Afro­amerikanerin der Welt. Laut Forbes ist sie eine der groß­zügigsten Philanthropen Amerikas und setzt sich insbesondere für die Bildung von Mädchen in Südafrika ein.

Oprah wurde mehrfach als eine der einfluss­reichsten Personen ihrer Zeit aus­gezeichnet. Aufgrund dessen wurde in amerika­nischen Medien über eine Präsidentschafts­kandidatur Oprahs spekuliert. Verstärkt wurde dies durch Medien­berichte, dass verschiedene Demokraten sich Oprah als Kandidatin wünschen würden. Oprah schloss jedoch wiederholt aus, aktive Politikerin zu werden.6

Hillary Clinton

Hillary Clinton, ehemalige Senatorin und Außen­ministerin der USA, war bei der Präsidentschafts­wahl 2016 die Kandidatin der Demokraten und erhielt 2,9 Millionen mehr Wählerstimmen als ihr Gegner Donald Trump. Sie bekam jedoch nicht die Mehrheit der Stimmen der Wahl­leute des Electoral College – so wurde sie trotzdem nicht Präsidentin der USA.

Hillary Clinton nimmt an der Präsidentschaftswahl in den USA nicht teil

Hillary Clinton kandidiert nicht erneut für US-Präsidentschaft

Foto: Jay Godwin/LBJ Library

Seit dieser knappen Niederlage bei der letzten Präsidentschafts­wahl gab es in den Medien Spekulationen über eine erneute Kandidatur der ehemaligen First Lady bei der Wahl 2020. Doch Clinton gab an, dass sie zwar gerne Präsidentin wäre, aber kein Interesse daran habe, erneut zu kandidieren.

Michael Bloomberg

Der Unternehmer Michael Bloomberg gehört mit seinem auf 50 Milliarden US-Dollar geschätzten Vermögen zu den zehn reichsten Männern der Welt. Er war 11 Jahre lang Ober­bürgermeister von New York City (von 2002 bis 2013). In den letzten Jahren nutzte er sein Vermögen für Wahlkampf­spenden an andere Politiker und für wohl­tätige Arbeit mit Fokus auf Klimaschutz, Bildung sowie Kunst und Kultur.

Über eine Kandidatur Bloombergs wurde unter anderem aufgrund seines Wieder­eintritts in die Demokratische Partei Ende 2018 spekuliert. Bloomberg schloss eine Teilnahme an der nächsten Präsidentschafts­wahl jedoch aus, obwohl er davon ausgeht, Donald Trump besiegen zu können. Er bezweifelt allerdings, dass er sich in den Vorwahlen der Demokraten durchsetzen könnte.

  1. Die Presse (Wien), Der „weiße Obama“ aus Texas und der Trump-Fan aus Tennessee, 05.11.2018
  2. Quelle: Federal Election Commission (auf Englisch)
  3. Los Angeles Times, Column: Michelle Obama for president. The only one who can beat Trump?, 24.08.2019
  4. Spiegel.de, Michelle Obama will nicht US-Präsidentin werden, 28.04.2017
  5. „There are three things that are certain in life: death, taxes, and Michelle is not running for president.“
  6. Spiegel.de, US-Präsidentschaftswahl: Oprah Winfrey will 2020 nicht antreten, 25.01.2018