Nächste US-Wahl: Diese Kandidaten treten gegen Donald Trump an

Zuletzt aktualisiert: 08.07.2019

Die nächste Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten wird am Dienstag, den 3. November 2020 stattfinden. Es handelt sich um eine indirekte Wahl: Gewählt werden die 538 Wahlleute des Electoral College, die im Dezember 2020 den Präsidenten und den Vize­präsidenten wählen werden. Weitere Informationen zu dem zeitlichen Ablauf der Wahl finden Sie im Artikel „US-Wahl 2020: alle Termine“.

Der amtierende Präsident Donald Trump strebt als Kandidat der Republikaner eine Wiederwahl für eine zweite Amtszeit an. Bei der Demokra­tischen Partei haben Joe Biden, Bernie Sanders und Elizabeth Warren gute Aussichten auf eine Spitzenkandidatur.

Wird Donald Trump 2020 erneut kandidieren?

Ja. Donald Trump hat am 18. Juni 2019 seine Kandidatur offiziell bekanntgegeben. Laut CBS News hatte er bereits wenige Stunden nach seiner Amts­einführung im Januar 2016 den entsprechenden Antrag bei der US-Kommission zur Wahlkampf­finanzierung (Federal Election Commission) eingereicht.

Im 2. Quartal 2019 hat Trump für seine Präsi­dent­schafts­kampagne bereits 105 Millionen Dollar gesammelt. Das ist im selben Zeitraum weit mehr, als seine demokratischen Konkurrenten Joe Biden (21,5 Millionen) und Bernie Sanders (18 Millionen) zusammen eingenommen haben.

Nächste US-Wahl - Donald Trump erneut Kandidat

Donald Trump könnte 2020 wieder Präsident werden

Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Ein guter Grund für Donald Trump, bei der nächsten Präsi­dent­schafts­wahl anzutreten, ist u.a. die Tatsache, dass ihm mit dem Ausscheiden aus dem
Amt des Präsidenten Anklagen wegen Verstößen gegen das amerikanische Wahlkampf­finan­zierungs­gesetz drohen (Daniels- und McDougal-Affären).1 In manchen US-Medien wird sogar darüber spekuliert, ob nur eine Wiederwahl ihn vor einer Gefängnis­strafe schützen würde.2

Wird Barack Obama 2020 erneut kandidieren?

Barack Obama erzielte während seiner Präsident­schaft Zustimmungs­raten von bis zu 90 Prozent unter den Anhängern der Demokraten. Auch nach Ende seiner Amtszeit gilt er bei Anhängern seiner Partei als beliebt und hätte gute Aussichten auf einen Sieg bei den Vorwahlen der Demokraten.

Barak Obama nicht wieder Kandidat bei der US-Präsidentschaftswahl 2020

Barak Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten

Foto: Michael Seeley. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Eine erneute Präsidentschafts­kandidatur steht trotzdem nicht zur Debatte. Laut der amerika­nischen Verfassung kann ein Präsident höchstens zwei Amts­zeiten, also insgesamt acht Jahre im Amt bleiben. Da Barack Obama bereits von 2009 bis 2013 und an­schließend von 2013 bis 2017 Präsident der USA war, darf er bei der Präsident­schafts­wahl 2020 nicht mehr antreten.

Obama verzichtet auf Unter­stützung eines Kandidaten bei der demokratischen Präsidentschaftsvorwahl

Amerikanische Medien berichten, dass sich Obama mit mehreren Kandidaten der Demo­kraten getroffen und ihnen Rat­schläge für ihre Kandidatur gegeben hat.3

Jedoch wurde bereits Anfang 2019 bekannt, dass weder der ehemalige Präsident Barack Obama noch die ehemalige First Lady Michelle Obama einen bestimmten Kandidaten während der demokra­tischen Präsident­schafts­vorwahl 2020 unterstützen würden.4

Mögliche Kandidaten der Demokraten

Der Kandidat der Demokratischen Partei für die nächste Präsident­schafts­wahl wird im Juli 2020 auf dem Nominierungs­parteitag der Partei (Democratic National Convention) festgelegt. Der offiziellen Nominierung des Spitzen­kandidaten der Demokraten gehen Vorwahlen in allen 51 US-Bundesstaaten voraus, sodass der Kandidat voraus­sichtlich vor der Versammlung bereits feststehen wird.

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US-Wahl 2020 - Umfrage zu den Kandidaten der Demokraten bei der nächsten Präsidentschaftswahl

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US-Präsidentschaftswahl 2020: Umfragewerte für die Bewerber der Demokraten

„Wen würden Sie für die Nominierung als Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2020 unterstützen?“

  • Joe Biden: 33 %
  • Bernie Sanders: 19 %
  • Elizabeth Warren: 12 %
  • Kamala Harris: 12 %
  • Pete Buttigieg: 6 %
  • Cory Booker: 3 %
  • Beto O’Rourke: 2 %
  • Andrew Yang: 2 %
  • Weitere: Bill de Blasio, Steve Bullock, Julian Castro, John Delaney, Tulsi Gabbard, Kirsten Gillibrand, Amy Klobuchar, Seth Moulton, Tim Ryan: jeweils 1 %; Michael Bennet, John Hickenlooper, Jay Inslee, Eric Swalwell und Marianne Williamson: jeweils < 1 %
  • Sonstige, keine/keinen, unsicher/keine Antwort: 2 %

„Morning Consult“-Umfrage. Befragt wurden 2.407 Demokraten und demokratisch orientierte Unabhängige. Zeitraum: 27. – 28. Juni 2019. Fehlergrenze: ± 2,0 %

Joe Biden

Joseph Robinette Biden Jr. kam im November 1942 im Bundesstaat Pennsylvania auf die Welt. Nach seinem Studium arbeitete er kurz als Anwalt, bevor er 1972 politisch aktiv wurde. Im Jahr 1972 wurde er mit 30 Jahren zum Senator des Bundes­staats Delaware gewählt und war damit der fünftjüngste Senator in der amerikanischen Geschichte.

Während seiner Zeit im Senat, zwischen 1973 und 2009, war Joe Biden unter anderem Teil des Ausschusses für Außenpolitik. Joe Biden trat bereits zweimal bei einer Präsident­schafts­wahl (1988 und 2008) an, zog seine Kandidatur aber beide Male bereits vor dem Nominierungs­parteitag zurück.

Joe Biden (Demokrat) - US-Wahl 2020

Joe Biden, 47. Vize­präsident der USA und möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2020

Foto: LBJ Library/Jay Godwin/Flickr. Lizenz: Public Domain

Im August 2008 wurde Joe Biden vom damaligen Präsident­schafts­kandidaten der Demokraten, Barack Obama, zum Vize­präsident­schafts­kandidaten ernannt. Im November 2008 konnte Barack Obama die Präsident­schafts­wahl für sich entscheiden, wodurch Joe Biden im Januar 2009 zum 47. Vize­präsidenten der USA wurde. Im Jahr 2012 gelang dem Duo die Wiederwahl. Joe Bidens Amtszeit als Vize­präsident endete im Januar 2017.

US-Wahl 2020 – Umfragen (Trump vs Biden)

Biden kandidiert ohne Obamas Unterstützung

Erst am 25. April 2019 gab Joe Biden seine Kandidatur in einem Twitter-Video und auf Facebook offiziell bekannt. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits der 20. „Hauptkandidat“ (englisch: major candidate) der Demokraten – eine Rekordzahl. In seinem Ankündigungsvideo erklärte er wie folgt, warum er ohne die Unterstützung seines Freundes und früheren Vorgesetzten Barak Obama antritt:

„Ich habe Präsident Obama gebeten, keinen Kandidaten öffentlich zu unterstützen: Wer auch immer die Nominierung (der Demokraten) gewinnt, sollte sie aus eigener Kraft gewinnen.“

Bernie Sanders

Bernie Sanders - Kandidat der Demokraten bei der US-Wahl 2020

Bernie Sanders, möglicher Kandidat der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2020

Foto: Gage Skidmore. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Bernard Sanders, geboren im September 1941 in New York, studierte Politik­wissen­schaften an der University of Chicago. Seine Karriere als aktiver Politiker begann, als er zwischen 1981 und 1989 Bürgermeister Burlingtons, der größten Stadt des Bundesstaats Vermont, war.

1990 gewann Bernie Sanders die Wahl zum Vertreter des Bundesstaats Vermont im amerikanischen Repräsentanten­haus. Sanders, der keiner Partei angehörte, war von 1991 bis 2007 Mitglied des Repräsentanten­hauses. 2006 gewann er in Vermont die Wahl zum Senator und ist dadurch seit 2007 Mitglied des amerikanischen Senats. In den Jahren 2012 und 2018 gelang Sanders seine Wiederwal zum Senator.

US-Wahl 2020 – Umfragen zur nächsten Präsidentschaftswahl in den USA (Trump vs Sanders)

Im Februar 2019 gab Sanders bekannt, dass er bei der Präsident­schafts­wahl 2020 kandidieren werde. Da eine Kandidatur als Politiker ohne Partei­zugehörigkeit viel Aufwand mit sich bringt, entschied er sich dafür, an den Vorwahlen der Demokratischen Partei teilzunehmen.

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Kamala Harris

Kamala Devi Harris wurde 1964 im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien geboren und wuchs dort sowie später in Montreal, Kanada, als Kind eines jamaikanischen Vaters und einer indischen Mutter auf. Nach einem Studium der Politik- und der Wirtschafts­wissenschaften absolvierte sie ein Jurastudium und arbeitete anschließend als Anwältin.

Im November 2010 wurde Kamala Harris zur Attorney General des Bundes­staats Kalifornien gewählt. In dieser Position hatte sie sowohl Funktionen einer Justiz­ministerin als auch einer General­staats­anwältin. Nach ihrer Wiederwahl im Jahr 2014 führte sie dieses Amt bis Anfang 2017 aus.

Kamala Harris - Kandidatin bei der US-Wahl 2020

Kamala Harris, mögliche Kandidatin der Demokraten bei der US-Wahl 2020

Foto: Office of Senator Kamala Harris. Lizenz: Public Domain

Kamala Harris nahm im November 2016 an der Wahl zum kalifornischen Senator teil und konnte diese mit 62,6 Prozent der Stimmen für sich entscheiden. Seit Januar 2017 ist sie als Senatorin Kaliforniens Mitglied des amerikanischen Senats. In diesem gehört sie den Ausschüssen für Haushalt, Umwelt, Heimatschutz und Geheimdienste an.

Elizabeth Warren

Elizabeth Ann Warren wurde im Juni 1949 im Bundesstaat Oklahoma geboren. Von 1987 bis 2002 arbeitete sie als Professorin für Wirtschafts­recht unter anderem an der Harvard Law School. Als Expertin für Wirtschafts­recht war sie wiederholt als politische Beraterin aktiv.

Im August 2011 verkündete Warren ihre Kandidatur für den amerikanischen Senat. Die Wahl im November 2012 konnte sie deutlich gewinnen und wurde damit die erste weibliche Senatorin aus Massachusetts. Im November 2016 gelang ihr die Wiederwahl als Senatorin.

US-Wahl 2020 - Kandidat der Demokraten Elisabeth Warren

Elizabeth Warren, mögliche Kandidatin der Demokraten

Foto: ElizabethForMA/Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Bereits im Vorfeld der Präsident­schafts­wahl 2016 gab es Spekulationen über eine mögliche Kandidatur Warrens. Sie zeigte allerdings kein Interesse und unterstützte die Kandidatin Hillary Clinton.

Warren, die bis Mitte der 1990er-Jahre als Republikanerin registriert war, zählt heute zu den schärfsten Kritikern des amtierenden Präsidenten Donald Trump. Im September 2018 sprach sie sich beispielsweise für ein Amts­enthebungs­verfahren gegenüber Trump aus.

Pete Buttigieg

Pete Buttigieg aus dem Bundesstaat Indiana wurde im Januar 1982 geboren und ist damit einer der jüngsten der möglichen Kandidaten der Demokraten. Er studierte Geschichte, Literatur­wissenschaften und Politik in Harvard und Oxford und ist ein Veteran des Afghanistan­krieges. Seit 2012 ist er Bürger­meister in seiner Heimatstadt.

Pete Buttigieg - US-Präsidentschaftswahl

Pete Buttigieg, einer der jüngsten Bewerber der Demokraten

Foto: Gage Skidmore. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Als offen Homosexueller spricht sich Buttigieg gegen die Diskri­mi­nierung von Homo- und Trans­sexuellen aus. Er vertritt weitere typisch demo­kra­tische Positionen wie z. B. die Forderung nach strengeren Waffen­gesetzen oder die Einführung einer Reichensteuer.

Buttigieg fordert die Abschaffung des Electoral College zugunsten einer direkten Präsi­dent­schafts­wahl. Seine eigene Kandidatur für die nächste Präsi­dent­schafts­wahl gab er im Januar 2019 bekannt und rückte anschließend stark in den Fokus amerikanischer Medien.

Beto O’Rourke

Robert Francis O’Rourke, genannt Beto O’Rourke, wurde im September 1972 im Bundes­staat Texas geboren. Der Literatur­wissenschaftler arbeitete unter anderem als Musiker, Journalist und Geschäfts­führer einer Firma für Webdesign.

O’Rourke war von 2013 bis 2018 Mitglied des amerikanischen Repräsentanten­hauses. Sein Mandat im Repräsentanten­haus legte er 2018 nieder, um an der Wahl zum texanischen Senator teil­zunehmen. Diese Wahl verlor er mit nur drei Prozent­punkten Abstand zu seinem Gegner Ted Cruz, einem national bekannten und einfluss­reichen Republikaner. Im März 2019 verkündete O’Rourke seine Präsidentschafts­kandidatur.

Beto O'Rourke, Kandidat bei der nächsten Präsidentschaftswahl in den USA

Beto O’Rourke, Kandidat der Demokraten

Foto: Erik Drost. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Beto O’Rourke vertritt sowohl wirtschafts­freundliche Positionen, wie die Forderung nach einer geringeren Regulierung der Finanz­märkte, als auch linke Positionen: So kritisiert er zum Beispiel die amerikanische Einwanderungs­politik unter Donald Trump und spricht sich für strengere Waffen­gesetze aus. Durch das geschickte Einsetzen von Live­streams und Social Media lässt O’Rourke die Öffentlichkeit an seinen politischen Aktivitäten teilnehmen und erreichte so nationale Bekanntheit.

Aufgrund seiner politischen Positionen, seines Wahlkampf­stils und seines Charismas wird Beto O’Rourke häufig mit dem früheren Präsidenten Barack Obama verglichen. Beobachter rechnen deswegen damit, dass O’Rourke viele ehemalige Unterstützer Obamas für sich gewinnen kann.5

Weitere Kandidaten der Demokratischen Partei

Bis Anfang Juli 2019 haben sich bereits 273 Kandidaten der Demokraten für die Präsident­schafts­wahl 2020 offiziell angemeldet.6

Mögliche Kandidaten der Republikaner

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US-Wahl 2020 - Umfrage zu den Kandidaten der Republikaner

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US-Präsidentschaftswahl 2020: Umfragewerte für die Bewerber der Republikaner

„Wen würden Sie für die Nominierung als Kandidat der Republikaner für die Präsident­schafts­wahl 2020 unterstützen?“

  • Donald Trump: 83 %
  • Bill Weld: 17 %

„Emerson College“-Umfrage. Befragt wurden 407 Republikaner und republikanisch orientierte Unabhängige. Zeitraum: 21. – 24. Juni 2019. Fehlergrenze: ± 4,9 %

Bill Weld: Ein Ex-Kandidat der Libertarian Party will Trump herausfordern

William „Bill“ Floyd Weld (73) war von 1991 bis 1997 republi­kanischer Gouverneur des Bundes­staats Massachusetts. Vor der Präsidentschafts­wahl 2016 verließ er die Republi­kanische Partei, um für die Libertarian Party als Vize des Präsidentschafts­kandidaten Gary Johnson an der Wahl teil­zunehmen. Johnson und Weld erzielten das beste Wahl­ergebnis der Geschichte der Partei und bekamen 3,3 Prozent der Wähler­stimmen (etwa 4,5 Millionen).

US-Präsidentschaftswahl - Bill Weld (Republikaner)

Der Ex-Präsidentschafts­kandidat der Libertarian Party Bill Weld fordert Trump heraus

Bildquelle: Gary Johnson auf Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Anfang 2019 kehrte Bill Weld zurück zu den Republi­kanern. Im April 2019 gab er seine Teilnahme an der Präsidentschafts­wahl 2020 offiziell bekannt, als zweiter offizieller Kandidat der Republi­kaner nach Donald Trump. Bill Weld gehört dem moderaten Flügel der Partei an. Vor der Präsidentschafts­wahl 2008 unterstützte er sogar den Kandidaten der Demokraten, Barack Obama, in seinem Wahl­kampf gegen den Republikaner John McCain.

In einem Teil des rechten Lagers der Republi­kaner wird Bill Welds Kandidatur als Sabotage von Trumps Wahl­kampf verstanden.7 Weld selbst äußert sich Trump gegenüber extrem kritisch: Für ihn wäre es eine „politische Tragödie“, wenn Trump 2020 wieder­gewählt würde. Kurz nach der Bekannt­gabe seiner eigenen Kandidatur forderte Weld Trump zum Rücktritt auf und sagte:

„Trumps maßlose Unehrlichkeit und Paranoia machen ihn unfähig, als Präsident zu dienen. Ausnahms­weise sollte er einmal das Wohl der Vereinigten Staaten über sein eigenes Ego stellen und zurücktreten.“ 8

Mike Pence

Vor Beginn seiner politischen Karriere arbeitete Mike Pence, der aus Indiana stammt, als Anwalt und Radio­moderator. Von 2001 bis 2013 vertrat er Indiana als Abgeordneter im Repräsentan­ten­haus und war dort Mitglied der Ausschüsse für Landwirtschaft und für Außen­politik. Nach einem knappen Wahlsieg bei der Gouverneurs­wahl führte Pence das Amt des Gouverneurs bis 2017 aus.

Mike Pence bei der Präsidentschaftswahl 2020

US-Präsident Donald Trump zieht 2020 vermutlich erneut mit seinem Vize Mike Pence in den Wahlkampf.

Foto: Gage Skidmore. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

„Ich bin ein Christ, ein Konservativer, ein Republikaner – in dieser Reihenfolge“

Mike Pence gilt als einer der konservativsten Vize­präsidenten der letzten Jahre. So lehnt er z.B. Abtreibungen und gleich­geschlecht­liche Ehe­schließungen ab, möchte die Möglichkeiten der legalen Migration einschränken und befürwortet die Todes­strafe. In seiner Zeit als Gouverneur Indianas senkte Pence Unternehmens­steuern und sprach sich für einen Ausbau der Kohle­förderung aus.

Obwohl Pence bei Umfragen unter Wählern der Republikaner gute Ergebnisse erzielt, stellte er deutlich klar, dass er bei der nächsten Präsident­schafts­wahl nicht gegen Donald Trump antreten werde. Medien­berichten zufolge strebt er statt­dessen eine Kandidatur bei der Präsident­schafts­wahl 2024 an.9

Nikki Haley

Nimrate Haley, genannt Nikki Haley, wuchs als Tochter indischer Einwanderer im Bundes­staat South Carolina auf und studierte dort Buchhaltung. 2010 gewann sie die Wahl zur Gouverneurin South Carolinas und führte dieses Amt sechs Jahre lang aus. Von 2017 bis Herbst 2018 vertrat sie die USA als Botschafterin bei den Vereinten Nationen.

US-Wahl 2020 - Kandidatin der Republikaner Nikki Haley

Nikki Haley erklärte, 2020 nicht anzutreten. Für 2024 schloss sie eine Kandidatur allerdings nicht aus.

Foto: Official Governor’s Office of South Carolina/Zach Pippin/Flickr. Lizenz: Public Domain

Während der republikanischen Vorwahlen zur Präsident­schafts­wahl 2016 distanzierte sich Haley von Donald Trump und unterstütze seine Gegner. In ihrer Zeit als UN-Botschafterin hingegen vertrat sie grundsätzlich seine außen­politischen Positionen. Sie tritt für typisch republi­kanische Forderungen wie ein Verbot von Schwanger­schafts­abbrüchen und das Recht auf Waffen­besitz ein.

Haley gab an, dass sie bei der nächsten Präsident­schafts­wahl nicht gegen Donald Trump antreten werde. Medien­berichten zu Folge plant sie aber, bei der Präsident­schafts­wahl 2024 als Kandidatin anzutreten.10

Alter der Kandidaten

US-Wahl 2020 - Alter der Kandidaten am Wahltag der Präsidentschaftswahl in den USA

Die Vorwahlen für die nächste Präsidentschaftswahl zeichnen sich durch ein außergewöhnlich altes Bewerberfeld aus. Gerade jene Kandidaten mit den besten Aussichten auf eine Kandidatur, nämlich Biden, Warren, Sanders und Trump, sind am Wahltag über 70 Jahre alt.

Kann nur ein junger Kandidat junge Wähler von sich überzeugen?

Beobachter raten den Demokraten aus mehreren Gründen, einen jungen Kandidaten aufzustellen. Zum einen stünde dieser Kandidat bezüglich des Alters im Kontrast zum voraussichtlichen Kandidaten der Republikaner, Donald Trump. Zum anderen gehen sie davon aus, dass junge Menschen bevorzugt für jüngere Politiker stimmen.

Das Beispiel Bernie Sanders hingegen zeigt, dass auch ältere Kandidaten bei jungen Wählern beliebt sein können. In den Vorwahlen der Demokraten bei der letzten Präsidentschaftswahl lag er mit damals 74 Jahren im sogenannten Youth Vote, dem Wahlergebnis der unter 29- Jährigen, deutlich vor Hillary Clinton.

  1. Zeit Online: Anklage gegen US-Präsidenten: Nur das Amt schützt Donald Trump jetzt noch, 22.08.2018
  2. Intelligencer: Trump 2020 Shaping Up to Be a Campaign to Stay Out of Prison, 08.12.2018 (auf Englisch)
  3. The New York Times, Obama Quietly Gives Advice to 2020 Democrats, but No Endorsement, 18.02.2019 (auf Englisch)
  4. Ebd.
  5. Die Presse (Wien), Der „weiße Obama“ aus Texas und der Trump-Fan aus Tennessee, 05.11.2018
  6. Quelle: Federal Election Commission (auf Englisch)
  7. Der Tagesspiegel, Bill Weld gegen US-Präsident: Warum ein Unbekannter Trump gefährlich werden könnte, 17.04.2019
  8. The Bulwark, It’s Time for Trump to Resign, Bill Weld, 24.04.2019 (auf Englisch)
  9. CNN Politics, Mike Pence’s 2024 campaign is ON, 15.05.2018 (auf Englisch)
  10. Manager Magazin, Rennen um US-Präsidentenwahl: Wer Donald Trump ablösen will, 25.04.2019